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Das Schumann-Haus

Das Wohnhaus Inselstraße 5, heute 18, gehört zu den wenigen erhaltenen Beispielen klassizistischer Architektur in Leipzig. Es wurde 1838 laut Bauakten von Baumeister Scheidel errichtet, der selbst Bauherr war und das Gebäude bis 1846 besaß, also gemeinsam mit der Familie Schumann im Haus wohnte.

Die Inselstraße war zu jener Zeit eine Hauptachse der gerade entstehenden, ersten planmäßigen Stadterweiterung des 19. Jahrhunderts. Diese war durch eine offene Bebauung geprägt, was, neben den Vorgärten, den Eindruck einer Gartenstadt entstehen ließ.

Das Gebäude bot damals schon Annehmlichkeiten wie Innenklosetts und fließendes Wasser und entwickelte mit seiner herrschaftlichen Grundrissgestaltung einen außergewöhnlichen Wohnkomfort. Als das Ehepaar Schumann 1840 in die Inselstraße 5 einzog, musste bereits der herrschaftliche Grundriss leicht korrigiert werden. Nicht mehr nur eine Familie, sondern zwei Mietparteien bewohnten eine Etage.

Insbesondere die so außergewöhnlich reich gestaltete Straßenfassade, die das fünfzehnachsige dreigeschossige Gebäude gliedert, nahm sich aus der Reihe der auf der Inselstraße neu errichteten Gebäude aus. Die zwischen den Kapitälen des Risalits befindlichen Relieffelder zeigen Szenen aus der griechischen Mythologie.